St. Andrews ist ein schönes Ausflugsziel für jede Schottlandreise – auch mit Kindern. Auf unserem →Schottland-Roadtrip mit Kind und Teenager verbringen wir vier Nächte im alten Kingdom of Fife. Ein wunderbarer Urlaubstag bleibt dabei für die alte Universitätsstadt mit den malerischen Ruinen und dem ältesten Golfplatz der Welt. Was es mit dem geheimen Atom-Bunker auf sich hat, erzähle ich am Ende meines Erfahrungsberichts.

Die Highlights in St. Andrews mit Kindern

Ich sage es gleich vorweg: Ich halte wenig davon, im Familienurlaub alles auf Spiel und Spaß für die Kleinen auszulegen. Meiner Meinung nach liegt das Geheimnis eines erfüllten Urlaubstags darin, die Bedürfnisse aller Beteiligten zu erfüllen – Erwachsener und Kinder. Meine Familie kam an diesem Tag ohne extra Kinderprogramm aus. Weiter hinten in diesem Artikel habe ich aber für euch einige besonders familienfreundliche Attraktionen in St. Andrews rausgesucht, die sich speziell an Kinder richten.

Hier kommen erst einmal unsere persönlichen Highlights für St. Andrews:

  • Ruine der Kathedrale St. Andrews
  • „The Pends Gatehouse“ – wo eine Straße mitten durch eine Ruine führt
  • Innenhof der Universität
  • Burgruine St. Andrews Castle
  • Tee und Kuchen im Jarvis
  • „Geheimgänge“ überall in der Altstadt
  • „Leute gucken“ am ältesten Golfplatz der Welt
  • familienfreundliche Unterkünfte bei Booking*

Für alle, die mehr Zeit haben als wir:

  • Spielplatz im Craigtoun Country Park
  • Aquarium
  • Museum
  • Botanischer Garten
st. andrews golf

Golf spielt in St. Andrews an jeder Ecke eine zentrale Rolle. Der Sport ist aber nicht der einzige Grund für einen Ausflug.

Unser Ausflug nach St. Andrews mit Kindern

Auf unserem →Roadtrip durch Schottland mit Teenager und Kind machen wir für vier Nächte in Fife Station. Einen Tag verbringen wir mit einem Ausflug nach St. Andrews. Hier kommt unser Erfahrungsbericht mit allen Tipps, die wir unterwegs für euch gesammelt haben.

Und damit ihr wisst, wer hier überhaupt schreibt: Das sind wir vier in St. Andrews:

Silas (19), Lena, Franka (fast 7) und Martin vor St. Andrews Castle.

Parken in St. Andrews

Wir parken auf dem öffentlichen Parkplatz „Argyle Street North“. Von dort ist es nicht weit zum Zentrum. Vor allem stehen auf dem Parkplatz mehrere Ladesäulen, an denen wir unser E-Auto auftanken können.

Leider habe ich mir den Preis fürs Parken nicht gemerkt. Ich weiß nur noch, dass wir die Gebühr für einen Touri-Hotspot – für britische Verhältnisse – nicht überteuert fanden.

st. andrews parken und e-auto laden

Eine Ladesäule finden ist eigentlich nirgendwo in Schottland ein echtes Problem. Auch wenn noch deutlich weniger Infrastruktur besteht als in Deutschland und die Preise viel höher sind. Funktioniert aber einwandfrei. Dem →Reisen mit E-Auto steht nichts entgegen.

Stadtrundgang durch St. Andrews in Eigenregie

Natürlich gibt es Stadtführungen in St. Andrews. (Bei GetYourGuide* gibt es eine große Auswahl.) Ich hätte mir das schon ganz gern gegönnt, denn St. Andrews ist eine geschichtsträchtige Stadt, bei der sich das prinzipiell lohnt. Gerade mit Kindern geht das aber erstens schnell ins Geld und zweitens oft nach hinten los.

Wir beschränken uns deshalb auf einen Stadtrundgang in Eigenregie. Mit dem richtigen Reiseführer geht das ebenfalls gut. Wir haben den dicken Schottland-Reiseführer aus dem Reise Know-How Verlag* dabei. Der lotst uns zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten und erklärt uns die Hintergründe der historischen Gebäude, ohne uns mit Zahlen und Daten zu erschlagen. (Eine ausführliche Rezension dazu habe ich in diesem Beitrag: →Reiseführer [für Schottland]: Welches Format braucht man wirklich?)

st. andrews west port

Durch die West Port geht es ins Stadtzentrum von St. Andrews.

Blackfriar Chapel

Nachdem wir das hübsche Stadttor namens West Port durchschritten haben, umfängt uns das sommerliche Gewusel des internationalen Tourismus. Reisende aus dem In- und Ausland füllen die Straße: viele ältere Leute, aber auch Familien und Busgruppen.

An der Ruine der Blackfriars Chapel lassen wir uns nieder. Während wir picknicken, sperren wir die Ohren auf. Ich erkenne ziemlich viel amerikanisches Englisch und reime mir zusammen, dass der Golf-Tourismus wohl gerade aus dieser Richtung nach St. Andrews schwappt. Unser Reiseführer erwähnt, dass viele ehrgeizige und/oder vermögende Golfer sich den Wunsch erfüllen, einmal im Leben auf dem Golfplatz zu spielen.

Bevor wir uns zu diesem heiligen Rasen aufmachen, schauen wir uns freilich auch kurz die Kapelle an. Viel zu sehen gibt es nicht mehr. Unser Kind nutzt die große Rasenfläche dahinter zum Toben, während wir unsere mitgebrachten Butterbrote verputzen.

st. andrews blackfriars chapel

Eigentlich ist Blackfriar’s Chapel nur ein Ruinchen.

Innenhof der ehrwürdigen Universität

Wir schlendern durch die South Street, vorbei an Läden mit hochwertigem Kunsthandwerk und einigen mit billigem Souvenirkitsch. Überall baumeln bunt bepflanzte Blumenampeln. Alles ist hübsch zurechtgemacht. Wir fühlen uns an gehobene Ferienorte erinnert wie →Borgholm auf Öland, →Kühlungsborn, →Locarno oder →Bad Reichenhall.

Gut, dass wir unseren Reiseführer haben, denn planlos hätten wir uns sonst vielleicht nicht durch den Durchgang aufs Universitätsgelände getraut. Der Innenhof des St. Mary’s College ist ein wunderschöner kleiner Park. Die ehrwürdigen Gebäude zeugen von der langen Geschichte der Gelehrsamkeit. Gegründet wurde die Universität 1412. Das macht St. Andrews nach Oxford und Cambridge zur drittältesten Universität in Großbritannien. Aktuell zehrt die Elite-Uni noch von dem Beliebtheits-Boost, den Prince William ihr durch sein Studium verschafft hat. Hier hat er auch seine Frau Kate kennengelernt.

st. andrews mit kindern uni

St. Andrews ist auch mit Kindern einen Besuch wert – hier im Innenhof des St. Mary’s College.

Jetzt im Sommer genießen die Studierenden freilich ihre Semesterferien. Witzig: Unser Sohn Silas passt mit seinen 19 Jahren genau ins Schema. Für den Ausflug nach St. Andrews hat er sich verhältnismäßig fein gemacht. Mit heller Jeans und Wollpullover zieht er etliche Blicke anderer Tourist*innen auf sich. Wahrscheinlich freuen sie sich, hier vermeintlich doch noch einen Studenten zu sichten. (So ähnlich, wie ich mich oft über eine Papageientaucher-Sichtung freue, der sich dann doch wieder nur als olle Möwe entpuppt.)

Kein Student in St. Andrews.

Ruine der Kathedrale St. Andrews

Zu den ganz großen Sehenswürdigkeiten von St. Andrews gehört die Kathedrale. Einst war sie die größte in ganz Schottland. Dem Heiligen Andreas ist sie geweiht und auch seine Gebeine sollen sich hier befunden haben. Regulus, ebenfalls ein frühchristlicher Heiliger, brachte demnach im 8. Jahrhundert die wertvollen Reliquien nach Großbritannien. Vor der Küste von Fife soll er Schiffbruch erlitten und sich samt Gepäck auf dem heutigen Stadtgebiet in Sicherheit gebracht haben. Als Dank für seine Rettung gründete er dann hier besagtes Kloster mit Kirche. So wurde St. Andreas, der seinen Märtyrertod an einem schräg zusammengenagelten Kreuz starb, zum Schutzheiligen Schottlands – und das Andreaskreuz zur Landesflagge.

Rund 400 Jahre nach ihrer Grundsteinlegung im Jahr 1160 fiel die Andreaskathedrale jedoch schon der Reformation zum Opfer. Und dabei hatten die Bauarbeiten aufgrund von Rückschlägen durch Naturkatastrophen und Krieg bis 1308 gedauert. So ist die Kathedrale am längsten Ruine und länger Baustelle als fertige Kirche gewesen.

st andrews kirche ruine

Das Gelände der ehemaligen Kathedrale ist groß.

Ein großer rechteckiger Turm auf dem Gelände steht noch (oder wieder?) und kann zumindest zu bestimmten Gelegenheiten bestiegen werden. Der St. Rule’s Tower stammt aus noch älterer Zeit, als eine frühere Kirche dem Heiligen Reglulus geweiht war.

Aktuell ist das Gelände frei zugänglich. Normalerweise kostet die Ruine Eintritt, aber in Kombination mit einem dazugehörigen Museum. Dieses wird nun über mehrere Jahre aufwändig saniert. Währenddessen sind alle Zugänge zu dem recht weitläufigen Gelände geöffnet. Ab und zu gibt es kostenlose Führungen. Schaut am besten auf der Website von Historic Environment Scotland nach dem aktuellen Stand.

The Pends

Das ehemalige Torhaus des Klosters, das zur Kathedrale gehörte, bietet heute einen kuriosen Anblick. Die Zugangsstraße zum kleinen Hafen von St. Andrews und zum Oststrand führt mitten hindurch. Entsprechend stark befahren ist die Straße The Pends. Für fotografierende Tourist*innen bleibt innerhalb der Ruine links und rechts der Fahrbahn nur ein sehr schmaler Bürgersteig. Direkt durch die Tore passt nur gerade so ein Auto. Vor allem mit Kindern müsst ihr hier deshalb ein bisschen aufpassen! Der Anblick ist aber so witzig, dass sich ein Blick absolut lohnt. Unsere Tochter zumindest fand die pragmatische Konstruktion beeindruckender als die große Kirchenruine. (Und es ist kein Umweg. Das Gate befindet sich direkt nebenan.)

st. andrews the pends

Eng, aber witzig.

Tipp: Wenn ihr der Straße durch die Ruine folgt, gelangt ihr nicht nur zum Hafen, sondern (rechts rum) auch zu einem kleinen Spielplatz. Allerdings ist es ein Stück zu laufen.

St. Andrews Castle

Geht ihr – von der Innenstadt kommend – links rum an der Kirchenruine entlang, gelangt ihr durch eine schmale Gasse ans Meer. Wegen der Steilklippen kommt ihr nur an bestimmten Abstiegen zum Wasser. Bleibt ihr erst einmal oben, seid ihr – wieder links herum – schnell an der Burgruine von St. Andrews. Hier lebte ab dem 13. Jahrhundert der Erzbischof.

st. andrews castle

Überwältigend groß ist die Burgruine nicht. Aber es handelt sich ja auch „nur“ um einen Bischofspalast. Direkt unterhalb ist einer der Strände von St. Andrews.

Das historische Gebäude ist von außerhalb des Zaunes gut zu sehen. Die Besichtigung sparen wir uns. In etlichen Jahren Schottlandurlaub haben wir unseren Teil an Burgruinen gesehen. Klar, alle sind toll und spannend. Aber irgendwann ähneln sie sich doch. Ganz stumpf besichtigen wir deshalb nur noch Burgen, die keinen Eintritt kosten (weil sie so abgelegen sind wie Gylen Castle auf Kerrera zum Beispiel). Wenn ihr schottische Burgen per se noch nicht über habt, ist die Ruine von St. Andrews ganz bestimmt sehenswert – gerade mit Kindern. Hier gibt es unter anderem ein Verlies und „Geheimgänge“ zu sehen, die während einer Belagerung entstanden sind.

Übrigens 1: In dem →Schottland-Krimi „Echo einer Winternacht“ von Val McDermid spielen sowohl die Burg als auch St. Andrews als Stadt eine zentrale Rolle. 

Übrigens 2: Unsere Favoriten stelle ich in diesem Blogbeitrag vor: →Die 17 schönsten Burgen in Schottland.

Der älteste Golfplatz der Welt

Wir schlendern von der Burgruine aus entlang zahlreicher ehrwürdiger Universitätsgebäude weiter entlang der Küstenstraße The Scores. So erreichen wir schließlich den Golfplatz. Wobei – so formuliert ist das irreführend, denn St. Andrews besitzt insgesamt FÜNF Golfplätze. Hauptsehenswürdigkeit ist freilich The Old Course.

st. andrews golfplatz

Das ist es: Das Grün. Hat natürlich im Sommer 2026 ganz schön unter der Hitze gelitten.

Uns persönlich interessiert Golf nicht die Bohne. Trotzdem sind wir froh, dank unserer zahlreichen Reiseführer etwas über die Hintergründe zu erfahren. So vermittelt uns unser „Reise Know-How“ die Geschichte, wie ein schottischer Hirte einst den Trend gesetzt habe, indem er mit seinem Hirtenstock Steine in Kaninchenlöcher kegelte. Und der Soul-Places-Reiseführer* verrät uns, dass eine Runde Golf in St. Andrews als Gastspieler*in in der Hauptsaison über 300 Pfund kostet. Hupsi, zum Glück wollten wir sowieso nicht spielen.

Umso interessanter ist es aber, uns die Leute anzuschauen, die sich diesen Luxus leisten. Direkt um den Platz herum häufen sich auch teure Boutiquen, die Golf-Gimmicks und Merch in der High-End-Variante verkaufen.

Wer Lust hat, dem Phänomen weiter auf den Grund zu gehen, kann verschiedene Touren* buchen. Inwieweit das mit Kindern funktioniert, habe ich keine Erfahrungswerte.

Café-Tipp: Jarvie’s of St. Andrews

Auf der Suche nach einem Café verlassen wir den hochpreisigen Sektor und mäandern wieder Richtung Altstadt. Dabei geraten wir mehrmals in schmale Gänge, die von hohen Mauern oder Hecken eingerahmt sind.

Als touristische Uni-Stadt herrscht in St. Andrews erwartungsgemäß kein Mangel an Gastronomie. Uns trifft eher die Qual der Wahl. Schließlich entscheiden wir uns für das Jarvie’s of St. Andrews, das etwas versteckt in einem Hinterhof der South Street liegt. Das niedliche kleine Café hat innen weniger als eine Handvoll Tische und punktet mit einem blumengeschmückten Teegarten. Zum Glück sind die Tische mit Markisen überspannt. – So macht uns der landestypische Regenguss, der unvermittelt über uns hereinbricht, gar nichts aus. Wir genießen sehr leckeren Kuchen und hervorragenden losen Tee. Ich bin sehr glücklich, und erfreulicherweise ist es die ganze Familie ebenfalls.

st. andrews jarvies kuchen

Mit Kuchen und Tee sind wir ziemlich leicht glücklich zu machen.

Bonuspunkt: Das Preisniveau ist für so einen gehobenen Urlaubsort echt voll in Ordnung! (Unsere Rechnung ist halb so hoch wie tags zuvor in →Pittenweem – und es schmeckt uns besser als dort.) Wer herzhaft zu Mittag essen möchte, wird auf der kurzen Speisekarte auch fündig. Einziger Wehmutstropfen: Wie viele Cafés in Schottland schließt das Jarvie’s schon um 16 Uhr.

Mehr Ideen für St. Andrews mit Kindern

Wie versprochen liefere ich hier noch ein paar Ideen für Anlaufpunkte und Ausflugsziele in und um St. Andrews, die speziell Kindern Spaß machen oder sich für Familien einfach gut eignen. Aber: Keinen dieser möglichen Programmpunkte habe ich selbst ausprobiert.

Museen in St. Andrews

Wenn es regnet, ist vielleicht das kostenlose kleine Wardlaw-Museum der Universität was für euch. Es liegt hinter der Uni Richtung Meer. Dort gibt es etwas Stadt- und Kunstgeschichte und einen extra Kinderbereich unterm Dach. Ich hatte es auf meiner Liste, aber wir waren nicht drin.

Alternativ gibt es das städtische Museum von St. Andrews. Das ist ebenfalls kostenlos und deutlich größer. Ich habe allerdings auf die Schnelle nicht herausbekommen, ob es auch speziell für Kinder etwas bietet.

St. Andrews Aquarium

Bekannt, aber mit eher durchwachsenen Rezensionen versehen ist das St. Andrews Aquarium. Es gibt dort exotische wie einheimische Tiere. Neben verschiedenen Fischen (zum Beispiel Piranhas) sind unter anderem auch Riesenspinnen, Humbold-Pinguine und Erdmännchen zu sehen. Mit umgerechnet fast 20 Euro Eintritt pro Person stellen einige das Preis-Leistungsverhältnis in Frage. Wir mögen Aquarien sehr (zum Beispiel das →Ozeaneum in →Stralsund oder das →Aquazoo-Löbbecke-Museum in →Düsseldorf). Aber ob man einen Urlaubstag in Schottland unbedingt dazu benutzen muss, um exotische Fische anzuschauen, ziehe ich zumindest für meine persönliche Situation in Zweifel.

Übrigens: Im Aquarium von St. Andrews arbeitet einer der Hauptcharaktere in dem →Romantasy-Roman „Eilean Mhaigh“ von Kristina Maria Dahl und Stefanie Biermann. 

st. andrews aquarium

Näher sind wir dem Aquarium nicht gekommen.

Craigtoun Country Park mit Spielplatz

Direkt in St. Andrews sind wir leider über keinen schönen Spielplatz gestolpert. (Am Oststrand zeigt Google Maps wie gesagt noch einen an.)

Auf unserem Zettel hatten wir den großen Spielplatz im Craigtoun Country Park. Der liegt südwestlich der Stadt, ein ganzes Stück außerhalb. Zu Fuß wäre es zu weit. Aber wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid, könntet ihr hier mit Kindern vor oder nach eurem Ausflug nach St. Andrews gut einen Stopp einlegen. (Wir haben das dann doch nicht gemacht, weil es regnete.)

Der Zugang ist kostenlos, der Parkplatz auch. Außer dem Spielplatz gibt es auf dem Parkgelände auch noch eine Insel im See mit Miniaturen, eine Kinder-Eisenbahn, ein Labyrinth und eine Minigolf-Anlage. („Klar haben wir in St. Andrews eine Runde Golf gespielt. Die ganze Familie!“)

Gerade sehe ich, dass der Park sogar seine eigene recht informative Website hat.

Botanischer Garten St. Andrews

Ein weiterer Ort, der für Familien mit Kindern vielleicht nett ist, ist der Botanische Garten. Er liegt etwas außerhalb de Zentrums und kostet Eintritt. 7,50 Pfund sind es für Erwachsene, Kinder bis 16 sind frei. Dafür gibt es auch einen coolen Kletter-Spielplatz und ein Schmetterlingshaus mit Freiflughalle. (In →Inverness waren wir im botanischen Garten und hatten eine sehr nette Zeit. Allerdings ist es dort auch kostenlos und wir waren einen Tag lang in der Stadt gestrandet. Sonst hätte ich für uns auch lieber andere Pläne gemacht, ehrlich gesagt. Schmetterlingsfreiflughallen gibt es schließlich auch in Deutschland, z.B. in →Steinhude.)

bremen botanika schmetterling

Symbolbild aus der Schmetterlings-Freiflughalle der botanica in →Bremen.

Scotland’s Secret Bunker

Moment, da oben hatte sie doch noch was von Atom-Bunker geschrieben? Hat sie. Da ich da nicht ganz unbefangen bin, muss ich aber mit einem eigenen Transparenz-Hinweis einleiten.

Eigentlich hätte „Scotland’s Secret Bunker“ nämlich auch seinen eigenen Eintrag in meinem Reiseblog verdient. Als unabhängige Reisebloggerin bin ich aber doch etwas nachtragend, denn ich hatte den Betreibern einen prominent verlinkten Beitrag angeboten, wenn wir als Rechercheteam eintrittsfrei vorbei kommen können – wollten die aber nicht. Weil uns die Sache dann doch so interessiert hat und der Sohn so gern hin wollte, sind wir trotzdem hingefahren. Als Privatpersonen quasi haben wir den vollen Eintritt bezahlt. Und weil es echt cool war, will ich euch die Infos nicht vorenthalten. Aber irgendwie muss ich ja glaubwürdig bleiben. Deshalb verstecke ich unsere Erfahrungen hier jetzt so ein bisschen im Artikel über St. Andrews. :)

Ausflug in den Atomschutzbunker

Die alte Bunkeranlage ist schon eine eher ungewöhnliche Attraktion im Familienurlaub. Kurz nach dem Abi in Geschichte und etlichen Agentenfilmen interessiert sich der große Sohn aber brennend für den Kalten Krieg. Und der wird in „Scotland’s Secret Bunker“ lebendig.

secret bunker fife aussen

Wie zu Zeiten des Kalten Krieges empfängt uns die Sehenswürdigkeit mit Stacheldraht.

Mitten in der idyllischen Landschaft von Fife, 20 Minuten Fahrt von St. Andrews entfernt, befindet sich unter einem unscheinbaren Bauernhaus eine massive Schutzanlage. Dort wären im Fall eines Atomschlags wichtige Militärs zusammengekommen, um vor der letztlich sehr wahrscheinlichen Vernichtung der gesamten Menschheit noch ein bisschen länger auf rote Knöpfe zu drücken als die anderen. Da die gesamte Technik mittlerweile veraltet ist (und man zwischenzeitlich ja mal dachte, man bräuchte derlei gar nicht mehr), könnt ihr die Anlage mittlerweile als Museum besichtigen.

Mit interessierten Teenagern und Kindern ab vielleicht zehn Jahren kann das eine sehr lehrreiche Sache sein. Franka mit ihren knapp sieben Jahren wird nicht zum allergrößten Fan. Obwohl ich versucht habe, ihr die Grundidee zu vermitteln und ihr die Angst vor dem Thema zu nehmen, fühlt sie sich in dem muffig riechenden Komplex unwohl. Für uns drei Großen ist die Besichtigung hingegen ernsthaft spannend. So gerät der Besuch zu einer etwas herausfordernden Jonglage – wie das im Familienurlaub eben manchmal so ist, gerade mit Kindern in unterschiedlichem Alter.

Unterm Strich bin ich sehr froh, dass wir diese Erfahrung machen konnten. Mein schlechtes Gewissen der Tochter gegenüber hält sich in Grenzen. (Schließlich hängen wir für sie auch oft genug auf Spielplätzen ab.) Der einst geheime Kommandobunker zeigt eine gute und differenziert aufgearbeitete Darstellung der nuklearen Bedrohung im Kalten Krieg.

atombunker fife mit kindern

Wir erfahren hautnah, wie das kurze Leben der Menschen ausgesehen hätte, die in den Bunker gemusst (gedurft?) hätten.

Happige Eintrittspreise

Allerdings: Wie alle touristischen Attraktionen in Schottland (außer staatliche Museen) ist der Spaß nicht billig. Wir zahlen 52 Pfund Eintritt, was nach aktuellem Kurs rund 61 Euro entspricht. Und das auch nur, weil ich dem netten Typen an der Kasse ein Familienticket abschwatze, obwohl Silas definitiv keine 15 mehr ist. (Aber hey, er verdient ja nun mal auch noch kein eigenes Geld und ist deshalb in der fraglichen Sache durchaus noch ein Kind. Später auf den Orkneys haben die Kassendamen immer von sich aus gleich ein Familienticket abgerechnet, trotz ähnlicher offizieller Altersgrenzen. Ich lasse mich aber gerne wieder in den Kommentaren als Schnorrerin beschimpfen. Jedenfalls lieber als die vollen 73 Pfund zu zahlen [85,87 Euro], die für drei Erwachsene und ein Kind in unserer Konstellation streng genommen fällig geworden wären. Für rund zwei Stunden Museumsbesuch wohlgemerkt.)

Jedenfalls: Ein Besuch im Secret Bunker ist eine coole Sache, wenn man das nötige Budget einzuplanen bereit ist – aber für kleinere Kinder doch eher eine Zumutung. Wenn ein Elternteil bereit ist, auf die Geschichtserfahrung zu verzichten, würde ich empfehlen, den oder die Nerds am Bunker abzusetzen und mit den Kindern solange ans Meer zu fahren. (Aber trefft dann vorher klare Absprachen! Unter der dicken Betondecke habt ihr naturgemäß null Empfang.)

Tipp: Wer hinlänglich Englisch spricht, kann sich die zusätzlichen 3 Pfund für die deutschen Audioguides sparen. Der übersetzt nur genau die Texte, die auf Englisch in den verschiedenen Räumen aushängen.

atombunker technik

Vor allem alte Technik gibt es am Originalschauplatz zu sehen.

Mehr Tipps für St. Andrews in anderen Reiseblogs

  • In ihrem Blog Reisekröten beschreiben Chris und Theresa noch mehr Sehenswürdigkeiten aus Sicht junger Leute. Dazu liefern sie einen interessanten Tipp: Offenbar kann man in den Semesterferien im Sommer günstig Wohnheimzimmer der Studierenden für Übernachtungen mieten.
  • Der Saarfuchs hat einen Rundgang durch die Stadt ganz im Zeichen des Geocaching unternommen.
  • Und wenn euch die Sache mit dem Golf ernsthaft interessiert, schaut unbedingt in das Golfliebling-Blog von Andrea! Sie hat nicht nur den Old Course bespielt, sondern noch fünf weitere Golfplätze in Fife.

Mehr Tipps für Fife und den Rest von Schottland

Aus eigener Erfahrung empfehle ich euch wärmstens einen Ausflug in die Fischerdörfer ganz in der Nähe von St. Andrews: →Pittenweem und Co – die schönsten Fischerdörfer im East Neuk von Fife.

ausflug east neuk fife pittenweem, tipps für familien

Hier gibt es unsere Erfahrungen und Tipps für die schönen Fischerdörfer im East Neuk von Fife.

Mehr von unseren persönlichen Erfahrungen auf dieser Rundreise liefert mein ausführlicher Reisebericht: →Schottland-Roadtrip Nord – mit Teenager und Kind bis auf die Orkneys.

roadtrip schottland nord beitragsbild

Unser ganz persönlicher Erfahrungsbericht vom Roadtrip durch Ost- und Nordschottland bis auf die Orkneys.

Insgesamt gibt es in meinem Reiseblog Inspiration für ganz Schottland mit Kindern und viele konkrete Tipps für über 40 verschiedene Orte. Eine Übersicht samt Karte gebe ich euch in diesem Beitrag: →Schottland mit Kindern – unsere Tipps und Empfehlungen.

schottland mit kindern, tipps und erfahrungen

Hier findet ihr alle Tipps, die wir für Schottland mit Kindern auf Lager haben, inklusive Kartenansicht mit unseren verlinkten Erfahrungsberichten.

Transparenz-Hinweis: In Schottland waren wir komplett auf eigene Kosten unterwegs. Dem Bunker hatte ich eine Kooperations-Anfrage gestellt, die aber unbeantwortet blieb. Auch ansonsten hatten wir diesmal nirgendwo Vergünstigungen oder sonst irgendetwas Erwähnenswertes. Ach doch: Unser Reiseführer war ein Rezensionsexemplar, das uns kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde.
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