[Rezension**] Braucht man heute überhaupt noch Reiseführer aus Papier? Meine klare Antwort als Vielreisende und Planerin ausgiebiger Familien-Roadtrips: JA! Aber Reiseführer ist nicht gleich Reiseführer. Wie viele verschiedene Formate es aktuell auf dem Markt gibt – und welche sich wofür am besten eignen – stelle ich euch am Beispiel des Reise Know-How Verlags vor. Deren ausgesprochen vielseitiges Programm haben wir nämlich einmal von vorne bis hinten durchgetestet.
Welcher Reiseführer ist der beste für Schottland?
Beginnen wir mit dieser Frage, denn darauf habe ich eine ganz klare Antwort. Ich bin nämlich nicht nur Vielreisende und Planerin ausgiebiger Familien-Roadtrips, sondern auch selbst Reiseführer-Autorin. Um diese Kuh gleich vom Eis zu kriegen, sage ich es an dieser Stelle einmal in aller Deutlichkeit: Natürlich ist dieses Stückchen hier ein bisschen Eigenwerbung. Trotzdem bin ich sehr stolz auf unser Werk und sehr überzeugt, dass es ernsthaft hilfreich ist – für alle Familien, die mit Kindern nach Schottland reisen (Highlands and Islands entlang der Westküste). Schottland mit Kindern* ist im Naturzeit Reiseverlag erschienen. (→Hier stelle ich euch das Buch ausführlich vor.)

Ein Klick hier* führt direkt zur Bestellmöglichkeit bei Amazon. Unser Reiseführer ist aber auch in jeder anständigen Buchhandlung erhältlich (meist auf Vorbestellung).
Jetzt kommt das Aber und das Ende meines persönlichen Werbeblocks. Da es in unserem eigenen Reiseführer vor allem um verbrauchsfertig vorbereitete Wanderungen und Outdoor-Erlebnisse geht und das Büchlein bequem in den Rucksack passen soll, empfehlen wir immer mindestens noch einen „richtigen“ Reiseführer als Ergänzung.
Und je nachdem, was ihr so vorhabt, bieten sich da verschiedene Formate an. Die hat dann wieder der Reise Know-How Verlag – zu dem ich (im Gegensatz zum Naturzeit Reiseverlag) keine persönlichen Verbindungen habe. (Also na ja, die Mädels aus dem Marketing habe ich beim →Deutschen Reisebloggertreffen in Soest kennengelernt. Wir sind überein gekommen, dass es eine coole Idee und für euch ernsthaft hilfreich wäre, einmal das komplette Verlagsprogramm für ein einzelnes Land vorzustellen. Weil die eben jede Menge verschiedene Formate im Angebot haben. Und sich das mit meinem eigenen Zeug eben super ergänzt.)

Das war unsere Reiselektüre für diese Reiseroute im Sommer 2026. Der Reisebericht zu unserem →Schottland-Roadtrip Nord – mit Kind und Teenager bis auf die Orkneys – steht auch bereits hier im Blog. Die schöne Faltkarte stammt aus dem Kompakt-Reiseführer („Mein Trip Schottland“).
Der Allrounder: Reise Know-How Schottland
600 Seiten dick, trotzdem kompakt in einer Hand tragbar und inhaltlich volle Breitseite Schottland – dieser Reiseführer ist der richtige Begleiter für die große Rundreise. Nicht jeder einzelne Ort hat einen Eintrag, aber doch die allermeisten von touristischer Bedeutung sind vertreten. Die vorgestellten Empfehlungen bieten eine gute Mischung aus Kultur und Geschichte, Naturerlebnissen und regionalen Eigenheiten.
Besonders familienfreundliche Tipps sind mit einem Kinder-Symbol gekennzeichnet. Spezielle Tipps des Autor*innen-Teams Anton Braun und Antje Großwendt sind ebenfalls markiert und bringen eine persönliche Note ein.
Besonders hilfreich unterwegs finde ich die regionalen Kartenübersichten für jedes Kapitel. Größere Städte sind mit Stadtplan vertreten, sodass man nicht immer parallel das Handy im Anschlag haben muss. Für größere und/oder wichtige Orte gibt es oft eine Beschreibung für einen Rundgang.
Es gibt Empfehlungen für Unterkünfte und Restaurants (für mich persönlich immer völlig überflüssig). Shopping und Nachtleben werden dankenswerterweise höchstens am Rande erwähnt.

Das Titelbild des Prachtstücks ziert Eilean Donan Castle. (Natürlich. Man könnte denken, es es gäbe nur die eine Burg in Schottland. Dabei sind es über 1000. Meine liebsten habe ich übrigens hier gelistet: →Die schönsten Burgen in Schottland.)
Für wen geeignet:
Der große Reiseführer ist was für alle, die möglichst viel von Schottland sehen und über ihr Urlaubsland erfahren möchten – und dabei Wert auf ein schickes, modernes und ebenso praktisches Layout legen. Im Vergleich mit „großen“ Reiseführern aus anderen Verlagen ist dieser der richtige für gemütliche Naturfreund*innen und bodenständige Kulturinteressierte, die aber lieber unterhaltsame Fakten lesen als mit Daten gespickte kunstgeschichtliche Einordnungen.
Wann lesen in der Reiseplanung:
So ein Basis-Reiseführer ist meiner Meinung nach in allen Planungsphasen eines Urlaubs wichtig. Vor allem in der Detailplanung lohnt sich immer ein Blick ins Buch, etwa ob es rund um die zur Wahl stehende Unterkunft genug zu sehen gibt.
Unterwegs finde ich so ein Standardwerk auch absolut unabdingbar. Statt erst aufwendig zu googeln, reicht ein Blick ins Buch, um auf dem Rückweg vom Ausflugsziel noch was Spannendes zu lokalisieren.
Was es uns persönlich gebracht hat:
Für uns war der große Schottland-Reiseführer ein hervorragender Begleiter auf unserem Roadtrip in Schottlands Norden. In St. Andrews zum Beispiel haben wir den vorgeschlagenen Rundgang mit dem Buch in der Hand umgesetzt und fühlten uns damit bestens informiert. Oben an der Nordküste und rund um Aberdeen hat er uns ebenfalls gute Dienste geleistet.
Mein Fazit zu „Reise Know-How Schottland“:
Wir haben mehrere Schottland-Reiseführer im Regal stehen. Beim letzten Mal waren wir mit dem großen von Michael Müller* unterwegs. Den hatten wir uns auf den letzten Drücker ausgeliehen, nachdem mich ein teuer angeschaffter unabhängiger Reiseführer schwer enttäuscht hatte. Eigentlich dachte ich, über MM geht nichts drüber. Tatsächlich habe ich diesmal mit Reise Know-How inhaltlich nichts vermisst. Der ist sogar ein bisschen günstiger. Und Layout und Design finde ich ein ganzes Stück schicker.
Mir persönlich fehlen zum vollkommenen Glück konkrete Wandervorschläge. (Dazu gibt es immer mal wieder Stichworte, die ihr aber selbst weiter recherchieren müsst.) Aber gerade in Schottland passt das ja perfekt: Für familienfreundliche Kurzwanderungen besorgt ihr euch einfach unseren Naturzeit-Führer* dazu! :)
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Inspiration: Roadtrip Handbuch Britische Inseln
Auf 448 hübsch aufgemachten Seiten stellen Saskia und Robin Weniger stellen zehn Routen quer über die Britischen Inseln vor, die sie selbst ausprobiert haben. Sechs davon führen auch durch Schottland. Die Dauer der einzelnen Routen veranschlagt das Team mit sieben Tagen bis zehn Wochen. Alle Reisestationen werden zwar kurz vorgestellt, inklusive konkreter Tipps. Insgesamt handelt es sich aber eher um Inspiration zum Finden des eigenen idealen Roadtrips, der dann im eigenen Tempo geplant werden darf.
Für wen geeignet:
Dieser Reiseführer passt für alle, die sich den Britischen Inseln annähern möchten, sich aber noch nicht auf eine Region festgelegt haben. Genauso inspiriert er auch solche, die seit Jahren immer wieder in denselben Teil Großbritanniens reisen und ihren Radius vielleicht doch mal erweitern möchten.
Für Neulinge des Roadtripping halte ich das Buch für bedingt geeignet, da die Reisedisziplin als solche auf rund 30 Seiten eher knapp abgehandelt wird. (Darüber könnt ihr euch aber auch anderswo einlesen. Wie ihr am besten →Roadtrips mit Kindern allgemein plant, steht zum Beispiel hier im Blog.) Dafür hält der Verlag die Zielgruppe mit dem Hinweis „Reisen mit Campervan, Wohnmobil, Auto oder Motorrad“ bewusst offen. Ein Bonuskapitel widmet sich zusätzlich einem „Railtrip“ durch Schottland mit dem Zug.

Ich hätte ja voll Bock, den „großen“ Roadtrip abzufahren. Falls ich mal ein Jahr Zeit habe oder so… Das Titelbild stammt von der NC500, der Traumroute ganz im Norden Schottlands, die wir auf unserem Trip auch immer mal wieder gestreift haben.
Wann lesen in der Reiseplanung:
Dieses Buch ist perfekt für die allererste Planungsphase.
Was es uns persönlich gebracht hat:
Wir sind ja nun alte Hasen, was Roadtrips in Großbritannien angeht. Trotzdem ist es schön, sich immer wieder neue Ideen zu holen. Wir nehmen aus diesem Reiseführer auf jeden Fall die Anregung mit, Schottland auch mal mit →Wales und →Irland zu kombinieren.
Mein Fazit zu „Roadtrip Handbuch Britische Inseln“:
Eine schöne Inspiration, wenn die Idee eines Roadtrips durch →Großbritannien und/oder Irland aufzieht. Theoretisch könnt ihr ausschließlich mit diesem Reiseführer losfahren und genau die abgebildeten Routen nacherleben. Praktisch werdet ihr vermutlich doch eure eigene Planung machen und dann weitere Reiseliteratur benötigen. Für die Ideenphase ist dieses Buch sehr schön.
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Lesebuch zur Inspiration: Schottland Soul Places
Gar kein Reiseführer im engeren Sinne ist das Buch „Schottland Soul Places. Die Seele Schottlands spüren“* von Sandra Wickert. Darin stellt die Autorin und Reisebloggerin 70 persönliche Lieblingsorte im Land vor, die aufgrund ihrer Geschichte, ihrer Naturschönheit oder besonderer Menschen etwas ganz Besonderes sind. Jeder Ort wird auf einer Doppelseite porträtiert. Es gibt ganz konkrete Tipps, wie ihr hinkommt und wo ihr in der Nähe übernachten könnt. Das Buch erhebt aber nicht den Anspruch, euch eine konkrete Reiseroute oder den Masterplan für einen perfekten Schottlandurlaub vorzulegen. Stattdessen bleibt alles schlaglichtartig, unterhaltsam und inspirierend.
Für wen geeignet:
Dies ist ein Buch für alle, die gerne von Schottland träumen – egal, ob oder wie oft sie schon dort waren.
Wann lesen in der Reiseplanung:
Dieses Buch kann euch zu jedem Zeitpunkt in eurer Reiseplanung weiterhelfen. Es ist auch ein schöner Lesetipp ganz ohne konkrete Reisepläne.

Ein besonderer Reiseführer, der auf persönliche Empfehlungen mit Kurzportraits außergewöhnlicher Orte setzt. (Der Titel zeigt die prähistorischen Steine von Callanish auf →Lewis and Harris. Es geht aber nicht nur um Steinkreise und generell eher wenig um Esoterik, versprochen.
Was es uns persönlich gebracht hat:
Ich habe die Soul Places ziemlich mittig in unserer Reiseplanung von vorne bis hinten durchgelesen. Theoretisch hätte ich mich zu dem Zeitpunkt auf mögliche Orte entlang unserer schon feststehenden Reiseroute beschränken können. Ich fand aber alles lesenswert.
Sieben der 70 Soul Places haben wir dann tatsächlich besucht. Manche standen eh auf unserer Liste. Andere haben wir extra angesteuert. Der schönste Volltreffer, den wir Sandras Buch verdanken, war übrigens der „Kaffee mit Delfinen“ am Greyhope Bay Centre in Aberdeen. Und natürlich die „Reise in Schottlands ländliche Vergangenheit“ im →Highland Folk Museum.
Mein Fazit zu „Soul Places Schottland“:
Mein persönlicher Lieblings-Reiseführer – vielleicht deswegen, weil es streng genommen gar kein Reiseführer ist. :)
Meine eigenen Soul Places für Schottland stelle ich euch – inspiriert von genau jenem Buch – in diesem Beitrag vor: →Soul Places – meine 9 Lieblingsorte in Schottland.
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Der Kompakte: Mein Trip Schottland
Mit 156 Seiten ist dieser Kompaktreiseführer wirklich übersichtlich – im besten Sinne. Trotzdem sind alle großen Highlights in Schottland vertreten. Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten und Orte werden durchaus hilfreich beschrieben, sodass man vor Ort wirklich etwas damit anfangen kann. Trotz des schmalen Formats fehlen auch unterhaltsame Überblicke zu charakteristischen Themen nicht, etwa zu Whisky und Sir Walter Scott. Natürlich ist das schmale Buch nicht mit dem großen Reiseführer zu vergleichen. Ich bin aber wirklich beeindruckt von der Hochwertigkeit dieses Destillats.
Für wen geeignet:
Ideal für alle, die sich einen ersten Eindruck für Schottland als Reiseland verschaffen wollen, oder die eh eine durchgetaktete Pauschalreise buchen.
Wann lesen in der Reiseplanung:
Am besten ganz am Anfang. Der Kompaktführer eignet sich hervorragend für den Einstieg.

Die auf dem Titel angepriesene App haben wir gar nicht ausprobiert, fällt mir gerade auf. Das Foto zeigt die herrliche (aber leider auch sehr überlaufene) Wanderung durchs Quiraing-Gebirge auf →Skye.
Was es uns persönlich gebracht hat:
Erst habe ich hauptsächlich interessehalber mal so durchgeblättert. Ich dachte, dass ein Kompaktreiseführer für alte Hasen wie uns nicht mehr so ergiebig ist. Tatsächlich habe ich aber doch auch einige Tipps gefunden, die mir neu waren. Die Kurzübersicht zu den verschiedenen →Fischerdörfern im East Neuk von Fife zum Beispiel fand ich sogar ergiebiger als im dicken Reiseführer.
Mein Fazit zu „Mein Trip Schottland“:
Wer sich einen guten ersten Überblick über Schottland als Reiseland holen möchte, ohne gleich allzu viel Geld auszugeben, ist mit der „Mein Trip“-Reihe gut beraten. Für die individuelle Roadtrip-Planung empfehle ich aber doch die dicke Variante oben.
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Für den Städtetrip: City Trip Edinburgh
Schottlands Hauptstadt bietet mehr als genug Beschäftigung für einen ganzen Urlaub. Mit all seinen Museen, Schlössern, Parks, Geschäften, Pubs und versteckten Winkeln ist →Edinburgh wahrlich ein eigenständiges Reiseziel. Wer mehr als nur die nötigsten Sehenswürdigkeiten abklappern möchte, ist mit einem eigenen Städteführer gut beraten.
Für wen geeignet:
Für Städtetriplinge und ambitionierte Ausflügler*innen.
Wann lesen in der Reiseplanung:
Wenn feststeht, dass mindestens ein ganzer Tag Edinburgh eingeplant ist.

Da ich dieses Buch am spätesten in die Finger gekriegt habe und wir nur einen einzigen Tag in Edinburgh hatten, habe ich es sträflicherweise am wenigsten intensiv durchgearbeitet.
Was es uns persönlich gebracht hat:
Wir haben die Neuauflage druckfrisch erst eine Woche vor unserer Abreise erhalten. Das war Fluch und Segen zugleich. Denn so konnten wir nicht mehr alle Planungen umschmeißen, um all die Herrlichkeiten doch noch einzubauen, die uns das Buch empfiehlt. Trotzdem haben wir uns noch eine Menge Last-Minute-Tipps aus dem Reiseführer ziehen können, um einen Tagesausflug ohne feste Termine und low budget aus dem Ärmel zu schütteln. Während Reiseblogs ja doch oft vage bleiben und eher schöne Fotos zeigen, gibt ein Reiseführer feste Adressen und genaue Wegbeschreibungen. So haben wir uns in den Geheimtipps an der grünen Außenseite Edinburghs gut zurechtgefunden.
Auf der Fahrt habe ich noch etliches Hintergrundwissen an den Mann und die Kinder gebracht, indem ich aus dem Buch vorgelesen habe.
Und ich weiß jetzt, was wir alles verpasst haben. Und warum wir wohl doch noch mal drei Tage allein für die Hauptstadt einplanen müssen.
Mein Fazit zu „City Trip Edinburgh“:
Wer mindestens einen Tag in Edinburgh verbringen will, findet in diesem Reiseführer eine hervorragende Planungshilfe. Wenn es nur ein Ausflug zu den Highlights auf dem Schottland-Roadtrip sein soll, reicht eigentlich auch der „große“ Schottland-Reiseführer mit seiner ausführlichen Edinburgh-Tour. Der City-Trip-Reiseführer ist handlicher für unterwegs und in meinen Augen ein cooles Upgrade.
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Intensiv-Vorbereitung: Insel Trip Orkney
Die Orkneys sind eine kleine Inselgruppe. Aber sie sind voll von Sehenswertem! Klar, die Highlights passen in einen kurzen Abschnitt im Kompaktführer und auf drei Seiten im dicken Wälzer. Wer länger als zwei, drei Tage auf den Orkneys bleibt, findet auch ohne zusätzliche Lektüre genug zu tun. Aber die Vorbereitung ist doch der halbe Spaß! Der Insel-Reiseführer über die Orkneys umfasst 144 Seiten – und damit wirklich fast jedes einzelne Hügelgrab und jedes Café. Die Sehenswürdigkeiten werden mit ein bis drei Sternen nach kulturellem Schwergewicht und Erlebnisfaktor gerankt. Das war für uns durchaus hilfreich. Viele Tipps hätten wir nach der Methode „einfach so drauf los“ nicht gefunden. Dazu kommen generelle Kapitel zu Themen wie Feste und Folklore, Wandern und Baden – und zwar zugeschnitten direkt auf die Orkney-Inseln, die sich in solchen Punkten teils erheblich vom Festland unterscheiden.
(Die Insel-Trip-Reihe im Reise Know-How Verlag umfasst über 40 Inseln, von Terschelling bis Mykonos. Da es hierfür Autor*innen braucht, die auf so einer Insel hingebungsvoll wochenlang jeden Stein umdrehen und immer wieder herkommen, um alles zu überprüfen, sind die Orkneys bislang die einzigen vertretenen schottischen Inseln (sagte sie und kalkulierte heimlich durch, ob sie nicht genügend Recherchezeit für ihre Lieblingsinsel →Arran oder vielleicht auch →Mull zusammenkratzen könnte…).

Den Insel-Reiseführer hat dasselbe Paar geschrieben wie den City-Trip. Man merkt auf jeder Seite, dass sich die beiden hier ernsthaft auskennen.
Für wen geeignet:
Alle, die der kleinen Inselgruppe ganz im Norden Schottlands eine echte Chance geben wollen.
Wann lesen in der Reiseplanung:
Wenn es an die Detailplanung für die Orkneys geht – und natürlich unterwegs.
Was es uns persönlich gebracht hat:
Ich habe das Büchlein von vorne bis hinten gelesen. (Na gut, die Abschnitte über die Inseln, die wir nicht selbst besucht haben, habe ich nur überflogen.) Die umfassenden Beschreibungen haben uns total gut bei der individuellen Reiseplanung geholfen. Ich bin echt dankbar, dass wir diese kleinteilige Tipp-Sammlung dabei hatten.
Mein Fazit zu „Insel Trip Orkneys“:
Wer die Orkney-Inseln bereist, sollte diesen Reiseführer unbedingt dabei haben!
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Herausforderung mit Ansage: Kaudawelsch Scots
Kurzbeschreibung: Ein kleines handliches Büchlein von gerade einmal 128 Seiten befasst sich mit der „Sprache der Schotten“, wie es im Untertitel heißt. Der typische Dialekt wird vor allem in den Lowlands, in den Großstädten und an der Ostküste gesprochen. Die Kauderwelsch-Reihe im Reise Know-How Verlag verfolgt den Ansatz, nach einer Einführung in die Grammatik gängige Phrasen und Sätze Wort für Wort zu übersetzen – und zwar samt im deutschen Verständnis wiedergegebener Lautschrift. So lernen wir etwa, dass Einheimische bei der Frage nach dem Weg zu einem Schloss oder Herrenhaus wahrscheinlich eher vom „big house“ reden – und zwar als „big hüüß“.
Neben den Vokabeln erfährt man so vor allem Lehrreiches über Land und Leute.
Für wen geeignet:
Dieses Büchlein ist gut für alle, die noch tiefer eintauchen möchten in ihr Reiseland. Und für jene, die sich wappnen möchten gegen die Überraschungen der schottischen Aussprache.
Wann lesen in der Reiseplanung:
Nicht zu lange vor der Abreise, damit das Gelernte noch präsent ist. Unterwegs nachschlagen kann auch funktionieren.
Was es uns persönlich gebracht hat:
Wir waren zum ersten Mal so richtig im Verbreitungsgebiet des Scots unterwegs. Nachdem ich mich jahrelang an den starken Akzent der Westküste gewöhnt hatte, dachte ich, das sei keine große Sache. Nachher war ich heilfroh, dass ich einen Großteil dieses Büchleins vor der Abreise gelesen hatte. Die Verschiebungen der Vokale und diverse Slang-Begriffe trafen mich so weniger unvorbereitet.
Trotzdem musste ich in der Bäckerei von Cupar noch dreimal nachfragen, was die Dame von mir wissen wollte.
Da wir als Familie naturgemäß wenig in Pubs unterwegs sind, konnten wir die meisten Vokabeln in freier Wildbahn nicht lokalisieren. Gerade auf dem Spielplatz haben wir aber doch einiges passiv einordnen können.
Mein Fazit zu „Kauderwelsch Scots“:
Ein witziges Add-on für Schottlandreisen im Süden und Osten – und nützlicher, als man im ersten Moment denkt!
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Eher theoretische Auseinandersätzung: Kaudawelsch Schottisch-Gälisch
Gälisch ist eine ganz andere Hausnummer als Scots. Die alte keltische Sprache gilt als schwer zu erlernen. Selbst unter den Einheimischen ist sie so gut wie ausgestorben: Nur noch 1,5 Prozent der Schottinnen und Schotten sprechen Gälisch. Aber natürlich gibt es Enthusiast*innen, die ihr Reiseland ganz und gar verinnerlichen wollen. (Oder die gleich der Meinung sind, in einem früheren Leben fließend Gälisch gesprochen zu haben.) Das 224 Seiten starke Kauderwelsch-Büchlein könnte da zumindest die günstige Entscheidungshilfe sein, ob sich der teure Ferienkurs auf der Insel lohnt.
In der Praxis wahrscheinlich hilfreicher als die sicher kompetente sprachliche Einführung sind die alltagsnahen Anekdoten des Autors Michael Klevenhaus über Land und Leute in der gälischen Bubble.

Gleich mit praktischem Beispiel auf dem Cover. Lautschrift ist im Gälischen echt unerlässlich, weil es völlig anders ausgesprochen als geschrieben wird.
Für wen geeignet:
Leute, die so richtig tief rein wollen in die schottische Kultur (der Westküste und der Inseln). Das kann natürlich auch völlig unabhängig von konkreten Reiseplänen passieren.
Wann lesen in der Reiseplanung:
Möglichst früh, denn vermutlich reicht einmal lesen nicht.
Was es uns persönlich gebracht hat:
Ihr hört es bestimmt schon raus, weil ich echt schlecht darin bin, meine Meinung zu verheimlichen: Ich persönlich finde es ziemlich überflüssig, mich mit Gälisch zu beschäftigen. Wir haben die Äußeren Hebriden bereist und auch so manche Gaeltacht in Irland (wo noch mehr Gälisch gesprochen wird, allerdings ein etwas anderes). Natürlich wäre es cool, die Ortsnamen übersetzen zu können. Leute in freier Wildbahn Gälisch sprechen gehört habe ich in Schottland aber tatsächlich nie.
Und selbst wenn, will man dann auf sie zu stürzen und ihnen eine Unterhaltung aufdrängen? Dazu bin ich persönlich viel zu norddeutsch. (Apropos: Ich verstehe noch gut Plattdeutsch, spreche aber das schon selbst nicht gut, da ich niemanden mehr kenne, mit dem ich mich unterhalten könnte. Vielleicht reagiere ich auch deshalb etwas gereizt auf das Thema, weil ich mich quasi selbst der aktiven Sterbehilfe bei einer Sprache schuldig mache.)
Natürlich habe ich mir das Buch gewissenhaft angeschaut und mich eingelesen. Obwohl ich als sprachlich talentiert gelte, scheint Gälisch mein persönlicher Endgegner zu sein. Allein schon das Kapitelchen, wie welche Namen verändert werden, wenn man deren Träger*innen direkt anspricht, hat mich komplett überfordert. Bei hellen Vokalen so, bei dunklen so, eigentlich ein i anfügen, aber nur wenn der Sonntag nach Ostern auf einen geraden Kalendertag fällt. Oder so ähnlich. Ich sag’s mal so: Hut ab vor allen, die sich diese Mühe ernsthaft machen! Wenn ihr Bock drauf habt: By all means, go for it!
Mein Fazit zu „Kauderwelch Schottisch-Gälisch“:
Wer sich für die alte keltische Sprache interessiert, findet in dem Büchlein einen niederschwelligen Einstieg. Durch das praxisorientierte Konzept der Lautschrift und der Wort-für-Wort-Übersetzungen erlebt man bestimmt eher Erfolge als bei anderen Methoden. Wer das Buch von vorne bis hinten durchliest, spricht garantiert nicht fließend Gälisch. (Behauptet ja auch niemand.) Was jedoch sicher passieren wird: dass ihr Schottland und die Menschen, die dort wohnen, ein ganzes Stück besser versteht – innerlich. Und im Einzelfall vielleicht sogar sprachlich.
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Mehr Lese-Tipps für Schottland
Wenn ihr noch weitere Literaturtipps braucht: Ich habe auch für Romane über Schottland ein paar Rezensionen gesammelt.
→Schottland in Büchern: Romane zur Urlaubsvorbereitung
Und dann habe ich auch noch →Kinderbücher über Schottland rezensiert, die ihren eigenen Beitrag haben.
Und zum Schluss: Eine Übersicht über all meine Erfahrungsberichte aus Schottland (inzwischen gut über 40) bietet dieser Artikel: →Schottland mit Kindern – unsere gesammelten Erfahrungen.
** Transparenz-Hinweis: Der Reise Know-How Verlag hat mir die volle Bandbreite an Schottland-Reiseführern als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt. Rezension heißt: ehrliche Besprechung. Keine Werbung, keine Absprachen oder Bedingungen. Der Transparenz halber sage ich aber dazu, dass der Verlag und ich bei Instagram eine Kollaboration hatten, die als Werbung gilt (und dort entsprechend gekennzeichnet war). Ich schwöre feierlich, dass meine Rezensionen hier im Blog nichts als meine persönliche Einschätzung enthalten und ich nicht mal ansatzweise Vorgaben vom Verlag dafür bekommen habe.
Kommt über einen mit * markierten Affiliate-Link ein Kauf zustande, erhalte ich eine kleine Provision. So finanziert sich mein unabhängiges, werbefreies Reiseblog. Davon abgesehen bin ich voll damit einverstanden, wenn ihr lieber eine unabhängige Buchhandlung unterstützt. Vielleicht bucht ihr dafür ja mal was über meinen Booking-Link*. :)






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