Rinteln ist die größte Stadt im Landkreis Schaumburg. Das liegt aber vor allem an den Eingemeindungen, die alle ihren dörflichen Charakter bewahrt haben. Die Rintelner Altstadt ist klein und gemütlich. Und hübsch! Ein Stadtbummel durch Rinteln mit Kindern ist eine nette Sache. Wir haben kürzlich mal wieder selbst die Erfahrung gemacht und den Familienausflug mit gleich vier verschiedenen Spielplätzen und einem Besuch im Museum Eulenburg abgerundet. Hier kommen unsere Tipps für Rinteln mit Kindern!

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Rinteln mit Kindern

Die Jungs, Franka und ich begeben uns auf Tour durch Rinteln, um die passenden Fotos zu machen.

Ein paar ganz kurze Basics über Rinteln

Rinteln liegt im Schaumburger Land, grob gesagt zwischen Hannover und Bielefeld, ganz knapp noch in Niedersachsen. Der Naturraum zählt zum Weserbergland, und das ist wirklich eine ganz wunderschöne Gegend! Tourismus kommt vor, aber nur ganz sanft. Für Familien, die gerne draußen sind und keine Superlative brauchen, sind Schaumburg und das Weserbergland als Urlaubsziele eine echte Überlegung wert.

rinteln marktplatz

Und gerade Rinteln ist ein Schmuckstück!

Die Stadt Rinteln hat eine bewegte Geschichte. Als Historikerin muss ich mich da immer sehr auf meine Tippfinger setzen, um nicht seitenweise abzuschweifen. An dieser Stelle genügt es wohl, wenn ich ein paar Stichworte einwerfe und euch ansonsten an die Dauerausstellung des Stadtmuseums Eulenburg verweise (wenn es nach dem Lockdown oder Shutdown denn wieder aufmacht).

rinteln museum altstadtmodell

Das handgefertigte Stadtmodell im Museum Eulenburg zeigt den historischen ,,Grundriss der Altstadt, der sich auch heute noch erkennen lässt.

So war die Lage an der Weser im Mittelalter Rintelns größter Trumpf. Die Schaumburger Grafen, deren ältester Stammsitz – die Schaumburg – heute zum Rintelner Stadtgebiet zählt, residierten bald jedoch in Stadthagen, später in Bückeburg. Nach dem Erlöschen der Linie „von Schauenburg und Holstein“ 1640 kam es zur Landesteilung. Während Stadthagen und Bückeburg als Schaumburg-Lippe souverän blieben, fiel die Grafschaft Schaumburg mit Rinteln an Hessen-Kassel. Das hat zur Folge, dass „vorm Berg“ und „hinterm Berg“ in Schaumburg heute noch eine größere Rolle spielt und wir „richtigen Schaumburger“, die natürlich „vorm Berg“ wohnen, Rinteln immer so ein bisschen vergessen. Dabei besaß die Kleinstadt als Festung und zwischen 1619 und 1810 auch als Standort einer Universität durchaus eine gewisse Bedeutung.

rinteln fachwerkhaus

Schöne Fachwerkhäuser gibt es auch anderswo. Aber Rinteln hat seinen Anteil satt. Das hier war früher die Universitätskommisse (also Studentenkneipe und Wohnheim in einem).

Heute hat Rinteln nominell gut 25.000 Einwohner (wobei die meisten davon wie gesagt in den umliegenden Dörfern wohnen). Überregional bekannt ist die Stadt als Punkt auf dem Weserradweg und vielleicht noch durch den Saft-Hersteller Wesergold.

Parken in Rinteln

Wer von Norden von der Autobahn oder aus Richtung Bückeburg oder Stadthagen über die Umgehungsstraße B238 nach Rinteln kommt, parkt am besten auf dem Weseranger. Dort stehen jede Menge kostenlose Parkplätze zur Verfügung (Vorsicht ist nur bei Hochwasser geboten, aber dann wird der Anger rechtzeitig gesperrt). Nur ein paar Meter weiter befindet sich der kostenlose Wohnmobil-Stellplatz. Über die Weserbrücke ist man ruckzuck im Zentrum.

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Ein Teil des großen Parkplatzes am Weseranger mit Blick auf die Cocktailbar am Weserstrand.

Am Pferdemarkt gibt es ein Parkhaus, von dem der Weg ins Zentrum aber auch nicht viel kürzer ist.

Wer von Süden zum Beispiel aus Richtung Hameln kommt, kann an der Seetorstraße ebenfalls kostenlos parken. Bis zum Beginn der Altstadt läuft man von hier etwa zehn Minuten an der Straße. Im Zentrum selbst sind die Straßen recht eng und die Parkplätze rar gesät. Es gibt aber welche, zum Beispiel direkt am Museum Eulenburg.

Familienspaziergang durch Rinteln

Bei unserem Stadtbummel beschränken wir uns auf die Altstadt und die Wallanlagen, die diese umgeben. Das ist zwar nur ein kleiner Teil des heutigen Rintelns, aber für einen Spaziergang mit Kindern reicht das völlig aus. Besonderes Augenmerk richten wir dabei natürlich auf die Spielplätze.

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Dieser ganz kleine Spielplatz befindet sich am Weseranger direkt am Start und Ziel unseres Altstadtbummels.

Auf dem Stadtplan und dem Satellitenbild lassen sich die sternförmigen Befestigungsanlagen der Rintelner Altstadt noch gut erkennen. Während sich das moderne Rinteln „zum Wohnen“ nördlich der Weser ausgebreitet hat, hat sich der historische Stadtkern südlich des Flusses gut bewahrt.

Weseranger

Wir beginnen unseren Stadtbummel auf dem Weseranger (also auf unserem bevorzugten Parkplatz). Historisch gesehen ist dies der Ort, an dem Rintelner Bürger ihr Vieh weiden ließen. Meist waren es die Kinder, die die eine oder andere Kuh und/oder ein paar Ziegen auf die Gemeinschaftsweide trieben.

Im Sommer (und ohne Corona) ist hier am Biergarten oft der Bär los. Er nennt sich jetzt vollmundig „Weserdorf“, da es Speisen und Getränke zwischen Plastikpflanzen an unterschiedlichen Hüttentresen gibt. Auch ein Spielplatz mit Piratenboot zum Klettern ist vorhanden (nur für Gäste).

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Den Hype um das „Weserdorf“ verstehe ich persönlich nicht ganz. Aber ich war auch noch nie drin. Jetzt ist eh erst einmal Winterpause.

Gleich nebenan, direkt am Wasser, hat die Bodega Beach Bar einen regelrechten Weserstrand inszeniert. Auf den aufgeschütteten Sand darf allerdings nur zahlende Kundschaft. Ein bisschen Sandstrand hat sich inzwischen aber auch flussaufwärts neben dem Zaun abgelagert. Ein paar Meter weiter befindet sich auch ein frei zugänglicher Mini-Spielplatz. (Der Weserstrand in Minden gefällt uns aber besser.)

Auch der Eingang zum Rintelner Freibad befindet sich hier (am anderen Ende des Weserangers).

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Jetzt im Herbst kann ich nur einmal über den Zaun knipsen, was dem netten Freibad mit breiter Rutsche und Sprungbrettern wenig Rechnung trägt.

Weserbrücke

Über den Fluss schlendern wir Richtung Altstadt. Achtung: Der Gehweg der Brücke ist für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen freigegeben.

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Im Sommer stehen hier in Sichtweite der Weserbrücke am aufgeschütteten Weserstrand die Liegestühle der Cocktailbar.

Die Weser ist hier noch weit von ihrer Mündung entfernt und nur für kleine Boote schiffbar. Trotzdem ist sie so breit, dass nicht allzu viele Brücken gebaut wurden. Vor allem in früheren Zeiten war die Überquerungsmöglichkeit in Rinteln eine von wenigen. Noch 1945 war das für weiterhin kampfbereite Nazis Grund genug, die Brücke zu sprengen, statt sie den einrückenden US-Soldaten zu überlassen. Um ein Haar wäre daraufhin die ganze Stadt zerstört worden. Die Geschichte ist ein bisschen verworren und wird von verschiedenen Zeitzeugen wohl unterschiedlich erzählt. Auf jeden Fall scheinen es Rintelner Bürger gewesen zu sein, die letztlich mit den Amerikanern erfolgreich verhandelten und die Stadt kampf- und zerstörungslos übergaben.

Schon 1946 wurde die Brücke modern wieder aufgebaut. Die alten Brückenköpfe sind aber noch vorhanden und erinnern mit einer Inschrift an das Ereignis.

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Was von der alten Weserbrücke übrig blieb.

Alter Hafen

Geradeaus können wir nun direkt in die Altstadt laufen. Wer Rinteln etwas gründlicher erkunden möchte, macht zuerst einen Schlenker nach links. Hier befindet sich der alte Hafen, der unserer Meinung nach eine der schönsten Ecken der Rintelner Altstadt ist.

Achtung: Vor allem mit Kinderwagen ist die Location nicht ganz einfach zu treffen, denn Straßen, Treppen und Stadtmauer bilden Hindernisse. Am besten nimmt man schon gleich am Weseranger die Treppe, die zum linken Gehweg der Brücke führt (oder quert vor der Brücke die Straße, wenn man mit Kinderwagen „außen rum“ hoch läuft). Die Fußgängerampel auf der anderen Weserseite über die doch recht stark befahrene Straße ist nämlich erst ein Stück um die Ecke, während die beste Abzweigung zum alten Hafen gleich sofort nach der Brücke nach links führt.

rinteln mit kinderwagen stadtmauer

Hat man sich erst auf die Innenseite der Stadtmauer verirrt, muss man hinter dem Turm Treppen steigen (oder geht halt gleich durch bis zum Kapellenwallpark und dann kurz hoch auf den „Deich“).

Vom Hafen selbst ist übrigens abgesehen von einer Spundwand so gut wie gar nichts mehr zu sehen. Es handelt sich einfach um eine kleine „Sackgasse“ der Weser. Über eine Fußgängerbrücke gelangen Spaziergänger auf die Gouvernanteninsel. Die ist wenig spektakulär und selbst, wenn man die Exter mitrechnet, die hier in die Weser mündet, allerhöchstens eine Dreiviertelinsel. In einem kleinen Bogen läuft man aber sehr schön zur katholischen Kirche St. Sturmius.

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Die Fußgängerbrücke zur Gouvernanteninsel am alten Hafen.

Spielplatz Kapellenwall

Von St. Sturmius ist bereits der Generationenpark am Kapellenwall zu sehen. Hier gibt es einen kleinen Barfußpfad und ein paar Spielgeräte, darunter ein besonders nettes Klettergerüst. Viel interessanter fanden unsere Jungs schnell die Outdoor-Sportgeräte, die eigentlich für Erwachsene gedacht sind.

rinteln spielplatz kapellenwall

Wenn Franka schläft, habe ich aktuell keine Statisten für belebtere Spielplatzfotos…

Weiter geht unser Stadtbummel dann rechts den Kapellenwall entlang, auf dem auch zwei, drei schicke alte Villen stehen. Wir könnten jetzt weiter geradeaus über den Dingelstedtwall laufen, der den „Zacken“ der alten Stadtbefestigung folgt. Da gibt es aber nicht so richtig viel zu sehen. Also biegen wir lieber bei nächster Gelegenheit rechts in die Ostertorstraße ab. An deren Ende geht es links und gleich wieder rechts auf die große Kirche zu.

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Unterwegs kommen wir am Amtsgericht vorbei, an dessen Tor die Wappen der ansässigen Handwerkergilden abgebildet sind.

Nikolaikirche

Die größte Kirche Rintelns findet erstmals im Jahr 1238 Erwähnung. Ihr heutiges Erscheinungsbild stammt aus dem 14. Jahrhundert, ihr markanter Turm wurde im Barock noch einmal aufgehübscht. Witzig finde ich, dass die Kirche ihrem steinernen Himmel quasi versehentlich immer weiter entgegen wuchs. Immer wieder überflutete die Weser die Innenstadt, und jedes Mal hoben die Rintelner das Gelände um die Kirche noch etwas weiter an, um sie vorm Wasser zu schützen. Bei der letzten Höherlegung 1885 passte man endlich auch die Portale an, sodass von dieser Praktik heute zumindest auf den ersten Blick nichts mehr zu sehen ist.

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Der Kirchturm der Nicolaikirche, vom Marktplatz aus gesehen.

Marktplatz

Gleich hinter dem Kirchplatz folgt der Marktplatz. Der gibt in Rinteln wirklich ein besonders schönes Bild ab. Neben vielen Fachwerkhäusern fällt besonders das prächtige Steinhaus des Stadtkaters auf. Dass es sich bei diesem Sahnestückchen der Weserrenaissance nicht nur die Traditionsgaststätte im Gewölbe, sondern gleichzeitig auch um das Alte Rathaus handelt, habe ich witzigerweise erst bei der Detailrecherche für diesen Artikel bemerkt. Zu meiner Verteidigung: Bürgermeister und Stadtverwaltung residieren schon seit über hundert Jahren im Neuen Rathaus in der Klosterstraße.

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Nicht nur der „Stadtkater“, sondern auch das Alte Rathaus: ein Prachtstück der Weserrenaissance.

Das Bürgerhaus, das den Kirchplatz optisch vom Marktplatz abtrennt, beherbergt die Tourist-Information. Davor steht ein bronzener Nachtwächter. Hier beginnt jeden ersten Dienstag im Monat eine abendliche Stadtführung. Der Nachtwächterrundgang beginnt um 20 Uhr und ist sogar kostenlos (am Ende geht ein Hut rum, wenn ich mich recht erinnere). Vor sehr langer Zeit haben wir mal eine Führung mitgemacht, die uns gut gefallen hat. In Corona-Zeiten lohnt sich wahrscheinlich vorher ein Check der Termine auf der Stadtmarketing-Webseite (aber bisher steht da nichts gegenteiliges).

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Hier wartet der Nachtwächter auf Mitläufer.

Optional: Ritterstraße und Bäckerstraße

Der „offizielle“ Stadtrundgang, für den es in der Tourist-Information auch kostenlose Flyer gibt, empfiehlt nun einen Schlenker von der Kreuzstraße in die Ritterstraße. Dort stehen noch einmal etliche wunderschöne Fachwerkhäuser und auch das wohl kleinste Häuschen im Stil der Weserrenaissance. Am Ende der Ritterstraße liegen sich Parkhof und Burghof gegenüber, zwei mächtige Fachwerkanlagen. Durch die ebenfalls geschichtsträchtige Bäckerstraße geht es dann zurück Richtung Marktplatz.

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Wir haben den Schlenker diesmal ausgelassen. Schöne Fachwerkhäuser gibt es zum Beispiel auch am Kirchplatz.

Ist man mit Kindern unterwegs, die sich eher für Spielplätze als für historische Stätten interessieren, kann man diesen Bogen gut abkürzen und stattdessen gleich längs über den Marktplatz marschieren. Zwischen Bäcker und Handyladen führt die schmale Wallgasse auf den Blumenwall.

Blumenwall mit Spielplatz und Prinzenhof

Eine kleine Brücke führt über die Neue Exter. Der nun folgende Blumenwall die größte zusammenhängende Grünfläche in Rintelns Altstadt. Rechter Hand liegt nominell der Stadtpark, links zeigt sich der Wall eher als breiter Grünstreifen am Bach. Nichtsdestotrotz läuft es sich hier recht idyllisch.

rinteln mit kindern, blumenwall

Im Moment blühen die Herbstzeitlosen auf dem Blumenwall.

Wir wenden uns also nach links, wo wir nach einem kurzen Marsch auf einen weiteren kleinen Spielplatz treffen. Hauptattraktion ist hier eine Seilbahn. Direkt am Spielplatz führt eine kleine Brücke zurück gen Altstadt zum Prinzenhof. Wenn die Kinder alt genug sind, sich alleine auf dem Spielplatz zu vergnügen, lohnt sich für die Großen eine kurze Runde um das prächtige Fachwerkhaus, das heute die Sparkasse beherbergt. Direkt nebenan befindet sich die Jacobi-Kirche. Sie ist das letzte Überbleibsel eines Nonnenklosters, das später Universitätscampus wurde. Die Geschichte der Rintelner Universität ist eine spannende Angelegenheit, der das Museum einen eigenen Ausstellungsbereich widmet.

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Links Jacobikirche, rechts Prinzenhof. Dort residierte der Adel aus Hessen-Kassel, wenn er die Schaumburger Enklave mal besuchte.

Bis zum Museum ist es nun nicht mehr weit. Am schönsten laufen wir vom Spielplatz aus über Blumenwall und Josua-Stegmann-Wall. Auf diesem Weg kommen wir an zwei Kanonen vorbei. Dahinter geht es über eine kleine Brücke direkt zur Hintertür des Museums. Geht man noch ein winziges Stück geradeaus, landet man allerdings gleich auf dem nächsten Spielplatz. Da der eine Nestschaukel und eine Kleinkinder-Rutsche hat, ist das für uns neuerdings ein Muss…

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Frankas Lieblingsspielplatz in Rinteln.

Museum Eulenburg

[Klar: Im November bleibt das Museum wie alle Kulturbetriebe in Niedersachsen geschlossen.] Die Eulenburg ist – für uns zumindest – die Hauptattraktion und ein Grund, Rinteln regelmäßig zu besuchen. Dabei ist die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte zwar solide aufgezogen und hübsch zurechtgemacht, aber nun auch nicht sonderlich spektakulär. Die fünf Themenschwerpunkte umfassen die Ur- und Frühgeschichte des Landkreis Schaumburg, die Geschichte der Stadt Rinteln, der Festung und der Universität sowie die Hexenverfolgung im Wesergebiet. Auch dem Landschaftsraum Weser ist ein kleiner Bereich gewidmet.

rinteln museum eulenburg dauerausstellung

Ein Blick in die Dauerausstellung der „Eulenburg“.

Was das Heimatmuseum herausragend macht, sind die Sonderausstellungen. Meist sind es Wanderausstellungen, die nicht in Rinteln selbst konzipiert sind, mit deren Auswahl das Team um Museumsleiter Stefan Meyer aber immer wieder ein sicheres Händchen beweist. Wir haben uns hier schon so manche tolle Ausstellung angesehen. Über „Achtung! Hochspannung!“ zur Geschichte der Elektrizität und „Kleine Giganten. Insekten, Spinnen und Co.“ habe ich hier auch schon gebloggt.

Flipperautomaten-Sonderausstellung „Extra Ball!“

Aktuell und noch bis zum 17. Februar 2021 heißt die Sonderausstellung „Extra Ball! Flipper aus sechs Jahrzehnten“. Insgesamt 20 Flipper-Automaten stehen auf drei Räume verteilt und dürfen alle im Freispiel-Modus ausprobiert werden. Auf Texttafeln gibt es dazu Infos über die geschichtliche Entwicklung und den Stand der Technik. Besonders für Janis, den Technikaffinen in unserer Familie, ist der Ausflug in die diesmal wirklich einzigartige Ausstellung ein großes Geschenk. (Was ich ein bisschen vermisse: etwas mehr geschichtlichen Tiefgang und vielleicht auch mal so ein Ding im Querschnitt, um die Technik im Inneren zu durchschauen.)

rinteln mit kindern museum flipper

Janis im Flipper-Himmel. Für Kleinkinder – meins zumindest – ist das Geklapper und Gebimmel aber leider nur kurz interessant. Schade, ich hätte nämlich auch gerne noch die eine oder andere Runde mehr geflippert.

Allerdings: Wer kann, sollte unbedingt in der Woche kommen! Der ungeheure Spielspaß hat sich bei nostalgischen Senioren und jungen Familien gleichermaßen herumgesprochen. An Wochenenden drohen lange Schlangen und begrenzte Spielzeit. Am Donnerstagnachmittag hingegen ist das Museum zwar für Corona-Verhältnisse ganz gut besucht, aber jeder findet immer einen freien Flipper.

Apropos Corona: Hände desinfizieren am Ticketschalter ist Pflicht, Abstand halten natürlich auch, Maske tragen merkwürdigerweise optional.

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Wenn es voll ist, darf jeder der total unterschiedlich gestalteten Flipper nur einmal bespielt werden. Am Donnerstagnachmittag können wir uns hier so lange austoben, wie wir wollen.

Preise und Öffnungszeiten: Das Museum Eulenburg ist täglich (außer montags) von 14 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags schon ab 11 Uhr. Erwachsene zahlen 4 Euro Eintritt, Kinder bis 17 Jahre 2 Euro, bis sieben Jahre gratis.

Rintelner Cafés und Bistro Miyazaki

Nach dem Museumsbesuch gehen wir auf direktem Wege wieder zum Parkplatz am Weseranger. Dazu laufen wir diesmal „vorne rum“ durch die Fußgängerzone. Die heißt „unten“ bis zum Marktplatz Klosterstraße, danach Weserstraße.

Leider gibt es in Rinteln kein Café, das mich so richtig überzeugt. Mehrere Eiscafés und Bäckereien bieten im Sommer Außensitzplätze. Am Markt sitzt man nett am Café Sinke, aber der Kuchen schmeckt mir ganz persönlich da ein bisschen zu künstlich. (Ein witziges, leicht abenteuerliches Café mit sehr gutem Kuchen ist das Antik-Café Ritter im Ortsteil Krankenhagen.)

rinteln cafe kuchen

Sieht gut aus beim Café Sinke, kann man auch durchaus essen. Ist mir persönlich aber zu süß und schmeckt nach „Fruchtzubereitung mit natürlichen Aromen“.

Das ist aber halb so schlimm, denn dafür bietet die Weserstadt eine andere kulinarische Besonderheit, die ich sehr schätze. Kurz vor Ausgang der Fußgängerzone am Pferdemarkt, sehr unscheinbar zwischen Reformhaus und Schuhgeschäft auf der rechten Seite versteckt, befindet sich das japanische Bistro Miyazaki. Hier kocht Sumiko Okada „wie bei Muttern“. Statt fancy Sushi gibt es japanische Hausmannskost, zuweilen mit Anleihen aus China und Südkorea. Die Eintöpfe und gemüselastigen Reisgerichte sind frisch zubereitet und kommen ohne künstliche Zusätze aus. Unser lautstarkes Schwärmen reiht sich ein in die Rezensionen zum Beispiel bei GoogleMaps, wo der Laden bei 87 Bewertungen auf glatte 5,0 Sterne kommt.

japanisch miyazaki

Wir laufen immer noch jedesmal erst dran vorbei, weil der Laden so klein und unscheinbar ist.

Einziger Wermutstropfen: Das Bistro ist nur mittags geöffnet, dazu winzig. Zu Corona-Zeiten dürfen hier nur drei Leute essen. Vorbestellen (!!) und mitnehmen ist angesagt. Die Speisekarte gibt’s online.

Mehr Ausflugsziele in Schaumburg

Als weitere Tipps für Ausflüge mit Kindern im Schaumburger Land habe ich zum Beispiel über folgende Ziele berichtet:

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